Warum begegnen Läuferinnen und Läufer im Wettkampf dem „Mann mit dem Hammer“? Laufcoach Sofia Danielsson antwortet
Für Sofia Danielsson geht es beim Training um weit mehr als Zeiten und Leistung. Bewegung hilft ihr, neue Energie zu tanken, ihre innere Stärke zu spüren und Menschen zusammenzubringen. Hier erzählt sie von ihrem eigenen Training, ihrem Online-Laufcoaching und davon, wie sie versucht, dem gefürchteten „Mann mit dem Hammer“ im Rennen aus dem Weg zu gehen.
Welches Ziel verfolgst du mit deinem Training?
Ich trainiere, weil ich mich dadurch so gut fühle. Bewegung hilft mir, neue Energie zu tanken und die Kraft und Stärke in mir wiederzufinden. Ich mag es, mich bei einem harten Intervalltraining zu fordern, genieße aber genauso eine Runde durch den Wald, ohne dabei auf Zeit oder Entfernung zu achten.
Was bedeutet eine Power Woman für dich?
Für mich steht eine Power Woman für Mut, Stärke und Kraft. Es geht darum, den Mut zu haben, sich selbst wichtig zu nehmen und freundlich mit sich umzugehen. Durch mein Training baue ich dieses Gefühl innerer Stärke auf.
Welche Power-Woman-Teile sind deine Favoriten – und warum?
Meine Lieblingsteile sind die Run Hot Shorts und das Run Hot Top. Sie sehen zusammen großartig aus, und wenn ich sie trage, fühle ich mich wirklich wie eine Power Woman.
Erzähle uns von deinem Coaching und deiner 50-Tage-Challenge
Einmal pro Woche leite ich ein Intervalltraining, an dem alle teilnehmen können, die Lust darauf haben. Ich coache über eine App, sodass alle von überall aus mittrainieren können. Die Einheit dauert 30 Minuten. Während des gesamten Trainings gebe ich Anweisungen, motiviere und feuere die Teilnehmenden an. Das macht unglaublich viel Spaß!
Im Mai startete ich auf Instagram die Challenge #runstreaktillmidsommar. Als wir begannen, waren es noch 50 Tage bis zum schwedischen Mittsommerabend. Mehr als 40 Menschen schlossen sich der Challenge an und liefen jeden Tag. Das Ziel war einfach, die komplette Laufserie durchzuhalten – Zeit und Tempo spielten keine Rolle.
In einem gemeinsamen Dokument trugen alle ihre Distanzen ein. Die Fortschritte der anderen zu verfolgen und sich gegenseitig anzufeuern, schuf ein wunderbares Gemeinschaftsgefühl und war ein echter Motivationsschub.
Warum begegnet man bei einem langen Wettkampf dem „Mann mit dem Hammer“?
Wenn es mich erwischt hat, lag es meistens daran, dass mir schnell verfügbare Energie fehlte oder ich Magenprobleme bekam. Ich glaube, dass der Mann mit dem Hammer häufig dann kommt, wenn man zu schnell losläuft oder mit der Energiezufuhr zu lange wartet. Dann können die verfügbaren Kohlenhydrate zu knapp werden, um das gleiche Tempo aufrechtzuerhalten.
Wer den Mann mit dem Hammer schon einmal erlebt hat, weiß, wie plötzlich und hart sich dieser Einbruch anfühlen kann.
Meine besten Tipps, um den Mann mit dem Hammer zu vermeiden
- Kontrolliert ins Rennen starten. Die Stimmung kann einen leicht dazu verleiten, schneller als geplant zu laufen. Ein Tempo, das sich am Anfang beinahe zu locker anfühlt, kann entscheidend dafür sein, bis zum Ziel durchzuhalten.
- Mit der Verpflegung beginnen, bevor die Müdigkeit einsetzt. Ich nehme nur Dinge mit, von denen ich weiß, dass mein Magen sie verträgt. Ich mag salzige Süßigkeiten und habe häufig Salzstangen dabei. Gels, Sportgetränke und normale Süßigkeiten sind weitere schnell verfügbare Kohlenhydratquellen. Ich nutze oft jeden fünften Kilometer als Erinnerung daran, etwas zu essen.
- Regelmäßig kleine Mengen zu sich nehmen. Das verträgt der Magen meist besser, als erst dann eine große Menge zu essen, wenn die Energie bereits weg ist.
- Den Verpflegungsplan im Training ausprobieren. Bei langen Trainingsläufen sollte man genau die Lebensmittel, Getränke und Gels testen, die man später im Wettkampf verwenden möchte. Auch der Magen muss darauf vorbereitet werden.
- Bei vertrauten Lebensmitteln bleiben. Am Tag vor dem Rennen und am Wettkampftag esse ich ungefähr so wie sonst. Eine plötzliche Ernährungsumstellung oder deutlich mehr Ballaststoffe als gewohnt können Magenprobleme verursachen.
- Eine persönliche Trinkstrategie entwickeln. Ich verwende manchmal am Tag vor einem Rennen und drei bis vier Stunden vor dem Start Resorb, ein Elektrolytgetränk – besonders wenn heißes Wetter erwartet wird. Das ist meine persönliche Routine und keine Universallösung. Der Flüssigkeits- und Salzbedarf ist individuell. Deshalb teste ich meine Strategie im Training, befolge die Hinweise auf der Verpackung und trinke nicht mehr, als mein Körper benötigt.
Was sollte man tun, wenn der Mann mit dem Hammer trotzdem kommt?
Reduziere sofort dein Tempo und gehe eine Weile, wenn es notwendig ist. Versuche nicht, verlorene Zeit wieder aufzuholen. Nimm kleine Mengen leicht verdaulicher Kohlenhydrate zu dir, beispielsweise ein Sportgetränk, ein Gel oder Süßigkeiten, zusammen mit etwas Wasser, sofern dein Magen das verträgt. Gib deinem Körper anschließend einige Minuten Zeit, bevor du entscheidest, wie du weitermachst.
Achte auf die Warnsignale deines Körpers. Wenn du verwirrt wirst, ohnmächtig wirst, Schmerzen in der Brust, starke Kopfschmerzen oder wiederholtes Erbrechen bekommst, brich das Rennen ab und wende dich an das medizinische Personal. Solche Beschwerden sollten nicht einfach dem Mann mit dem Hammer zugeschrieben werden.
Was passiert, wenn der „Mann mit dem Hammer“ kommt?
Beim langen Laufen nutzt der Körper in hohem Maß Kohlenhydrate, die als Glykogen in Muskeln und Leber gespeichert sind. Diese Vorräte sind begrenzt. Wenn Tempo und Energiebedarf höher sind, als es die körpereigenen Speicher und die Verpflegung während des Rennens zulassen, können Glykogen und Blutzucker zu knapp werden, um die gleiche Intensität aufrechtzuerhalten.
Die Belastung kann sich plötzlich deutlich härter anfühlen, die Beine werden schwer und das Tempo bricht ein. Der Körper kann weiterhin Fett als Energiequelle nutzen, damit aber normalerweise nicht schnell genug Energie bereitstellen, um die gleiche hohe Wettkampfintensität zu halten.
Für lange Wettkämpfe gelten ungefähr 30 bis 60 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde als gängiger Richtwert. Bei Belastungen von mehr als etwa 2,5 Stunden können einige gut trainierte Sportlerinnen und Sportler bis zu 90 Gramm pro Stunde nutzen. Diesen Wert muss nicht jeder erreichen – die Menge sollte individuell angepasst und im Training schrittweise erprobt werden.
Ein zu hohes Anfangstempo und eine unzureichende Verpflegung erhöhen das Risiko für einen starken Leistungseinbruch. Hitze, Flüssigkeitsmangel und Magenprobleme können die Situation verschlimmern oder ähnliche Beschwerden verursachen. Der klassische Mann mit dem Hammer hängt jedoch vor allem damit zusammen, dass für das angestrebte Tempo nicht mehr genügend Kohlenhydrate verfügbar sind.
Du kannst Sofia auf Instagram @sofia_danielsson folgen